Wetterdienste (GFS)

Wetter ist beim Fliegen immer ein wichtiges Thema und es gibt manigfaltige Wege sich über die aktuelle Wetterlage zu informieren. Daher beleuchte ich hier fürs erste meine Vorgehensweise:

Der Wetterbericht, den man aus der Zeitung oder der Tagesschau bekommt ist für uns weitestgehend unbrauchbar, weil zu ungenau und zu unspezifisch. Er dient meistens nur dazu sich einen überblick über die Großwetterlage zu verschaffen. Wetterapps hingegen sind da schon erheblich genauer, meist aber ebenfalls nicht auf unsere Bedürfnisse ausgelegt. (Das Thema behandle ich mal gesondert). Für mich hat sich mittlerweile heraus gestellt dass spezielle Gleitschirm-Wetterberichte am zuverlässigsten sind. Sie werden in der Regel von Fliegern gemacht, die aus eigener Erfahrung wissen auf was es ankommt.

Bevor ich nun auf der Wetterkarte auf Thermik jagt gehe wollte ich erst mal ein Gefühl für brauchbares Gleitschirmwetter bekommen und hab daher angefangen mir täglich Wetterberichte anzusehen oder zumindest zu überfliegen.


Bildschirmfoto-2013-04-12-um-13.48.46.pngMein erster Anlaufpunkt war meist der DHV-Wetterbericht. Auf dessen Grundlage lässt sich ganz gut entscheiden ob und in welche Richtung man losfahren soll. Er ist außerdem kostenlos im Netz einsehbar. Es lohnt sich immer diesen im Auge zu behalten.

Leider ist der aber nicht per RSS abonnierbar und ließ sich deshalb nur schlecht in meinen täglichen Nachrichtenkonsum integrieren … und eigentlich wollte ich auch mehr.


Bildschirmfoto 2013-05-11 um 19.33.34Für die Reiseplanung und Abschätzung der Großwetterlage bietet auch der DAV-Bergwetterbericht eine gute Übersicht. Dieser beleuchtet nicht nur das Wetter auf Talhöhe sondern eben auch in Höhenlagen. Der Vorteil hier: Man kann diesen per Telefon (+49 89 295070) abhören und kommt damit auch ohne Internetverbindung dran.


Bildschirmfoto 2013-05-11 um 19.27.01Meine nerdige Ader zog mich dann aber zu genaueren und Workflow kompatibleren Quellen. Gelandet bin ich vorerst bei GFS (gleitsegelwetter.de)*. Der Dienst wird von Stefan Hörmann betrieben, der auch regelmäßig für das DHV-Info zu dem Thema schreibt.

GFS bietet folgendes:

  • tägliche Wetterprgonosen (Morgen- und Abendprognose)
  • Zustellung per E-Mail (HTML und/oder PDF)
  • Verschiedene Vorhersagegebiete

Mittlerweile werden 2 Berichte angeboten. Einer für den Alpenraum mit den festen Regionen Westalpenrand, Westliche Nordalpen, Zentrale Nordalpen, Östliche Nordalpen, Ostalpenrandbereich, Ital. Westalpenrand, Westliche Südalpen, Zentrale Südalpen, Östliche Südalpen und Ostalpenrandbereich. Hinzu kommen Sassional bedingte Gastregionen (zur Zeit Slovenien und Wallis/Fisch/Verbier). Wenn man ganz nett fragt bekommt man auch mal seine persönliche Gastregion Exciting.

Wenn Ihr ein wenig sparen und auch meine Gleitsegelwetterabokosten etwas senken wollt benutzt diesen Link. Ihr bekommt dadurch den Neukundenrabatt und ich Rabatt auf mein Abo.

Seid kurzem gibt es auch einen Bericht für Deutschland mit den Regionen Jura/Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische und Fränkische Alb sowie Bayerischer und Oberpfälzerwald. Auch hier kommen von Zeit zu Zeit Gastregionen dazu. Der Deutschlandbericht ist noch recht jung und finanziert sich wohl auch noch nicht ganz. Falls Euch die Region also interessiert scheut nicht sie zu buchen. Ich wäre froh wenn die Regionen weiter angeboten werden.

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Der einzig große Nachteil an GFS ist für mich das Design und die Nutzerfreundlichkeit. Die Mails enthalten alle wichtigen Informationen mit einem sehr hohen Detailgrad, allerdings ist deren Darstellung nicht wirklich lesefreundlich. Man wird durch die Fülle an Informationen nahezu erschlagen. E-Mail zur Informationsübermittlung ist ein prakmatischer und verlässlicher Lösungsansatz für den man vor Allem dankbar ist wenn man im Ausland auf einer dünnen Campingplatzinternetverbindung sitzt. Für die regelmäßige Nutzung würde ich mir aber eine Interaktivere Lösung wünschen. Eine Smartphone App ist zur Zeit in der Entwicklung, das könnte Abhilfe in dem Bereich schaffen. Eine Integration in andere Apps wie Where2Fly oder sogar in eine andere Wetterapp (z.B. Wheather Pro) fände ich aber auch einen charmanten Ansatz.

Zuletzt sei noch gesagt: GFS ist ein kostenpflichtiger Dienst (Preisliste) und ich bin froh dass das der Fall ist. Der Service ist hochwertig und es kostet folgerichtig Geld ihn zu machen. Grund genug ihn zu bezahlen und ihn dadurch am Leben zu halten.

*Affiliate Link

Vaavud wireless wind meter

Leider wird wohl aus dem Windmesser von Shaka so schnell nichts mehr. Zumindest schweigt sich die Webseite und der Twitteraccount @shakawind seit einigen Monaten aus und auf Anfragen kommt auch keine Antwort.

Vaavud-wireless_indoorSchade Eigentlich, aber es gibt ein neues Projekt für ein Smartphone Anemometer und das ist technisch sogar noch Interessanter. Das Vaavud wireless wind meter(containing no electronics). Richtig, ohne eigene Elektronik! Das Bauteil enthält lediglich zwei Magnete die bei Rotation den Magnetischen-Feldsensor des Telefons anregen und dadurch eine Messung ermöglichen (während der Messung dürfte der Kompass wohl nicht funktionieren :-)).

The Vaavud wind meter contains no electronics, but still connects wirelessly to your phone… Wait, what ??

Yes, you read it correctly 🙂 The secret is two small magnets in the rotor. The magnetic field sensor in the phone can detect when they rotate, and by using algorithms normally used for sound processing, the rotations can be converted to wind speed. Complicated engineering, made user friendly and simple. In fact, nobody has utilized the smartphone magnetometer in this way before.

Pfiffige Idee! Ich bin mal gespannt wie genau der nachher ist. Die Aufnahme für die 3,5mm Kopfhörerbuchse dient lediglich der Befestigung am Smartphone, hat aber keine technische bewandnis.

The Vaavud wind meter enables you to take precise and reliable measurements of the wind anywhere, using your iOS or Android phone. And of course you can share your measurements online, and see live wind readings from other users on a map. So Vaavud can help you plan your trip, choose the right gear when you get to the spot, and alert others of the conditions before they go.

Interessant wird irgendwann sicherlich auch die Cloudplattform, auf der man seine Messwerte teilen und veröffentlichen kann. Das sollte das Netz der Windmessstationen (vor Allem an Start und Landeplätzen) erheblich engmaschiger machen. Vorausgesetzt die Messwerte sind einigermaßen verlässlich.

Wer es mir gleich tun und eines haben will kann das Vaavud wind Meter noch bis zum 22.04. auf Kickstarter backen. Das Goal von 20.000£ wurde bereits erreicht. Es sollte also realisiert werden.

 

UPDATE


Zufällig haben Shaka heute kurz nach der Veröffentlichung dieses Posts diesen Newsletter versendet. Das Projekt lebt also noch und es ist zu hoffen das der Windmesser von Shaka doch noch erscheint.

Ohne einen der beiden Anemometer in den Fingern gehabt zu haben denke ich das der Shaka Windmesser den Vaavud in Sachen Funktionsumfang, Genauigkeit und Praxistauglichkeit übertrifft, auch was bisher von der Software zu sehen war ist vielversprechender. Allerdings wird er in jedem Fall erheblich teurer sein und sicherlich in Sachen Kompatibilität zurückstecken müssen. Zur Zeit sieht es nach iOS only aus.

Es bleibt also spannend. Interessant sind beide und denke ich werde auch beide testen, sobald sie zu bekommen sind.

 

 

brauchbares iPhone Anemometer / Windmesser in Aussicht

Shaka WindmeterAls Flieger wird man mit der Zeit naturgemäß zum Hobbymetherologen (oder man steht auf den Nervenkitzel), so auch ich. Mir fällt es aber mit unter immer noch etwas schwer Windgeschwindigkeiten einzuschätzen bzw. hätte ich manchmal gerne einen belastbaren wissenschaftlichen Wert um die Windsituation in meinem Kopf abzuspeichern und vergleichen zu können. Vor Allem wenn ich vor habe Groundhandeln zu gehen stellt sich mir oft die Frage, wie stark der Wind denn nun genau bläst. Ich schau mich daher schon etwas länger nach einem kleinen portablen Windgeschwindigkeitsmesser (Anemometer) um, konnte mich bisher aber nicht zu einem Kauf durchringen. Stand-Alone Geräte fangen bei etwa 25,00 € an, was man aber so liest darf man gerne 50,00 $ ausgeben um mit seinem Kauf zufrieden sein.

Das kleine Team von Shaka hat nun einen Windmesser für iPhone und iPad angekündigt. Das passt mir selbstverständlich perfekt in den Kram. Shaka machen als erster Hersteller für iOS keinen Woodoo über das Mikrofon, wie das mancher Konkurrent versucht, sondern wollen amtliche Hardware liefern. Der Sensor soll über die Kopfhörerbuchse angeschlossen werden und bietet damit das Potential vernünftige Werte zu liefern. Mit 59,00 € bewegt er sich auch in dem Bereich, der für einen eigenständigen Windmesser anfallen würde. Meine Kaufentscheidung ist damit auch schon gefallen, allerdings wird das Gerät laut Homepage voraussichtlich erst im Herbst diesen Jahres erhältlich sein. Ich versuche derzeit noch ein Testmodell zu bekommen.

Zur Technik, gibt es nichts weltbewegendes was man nicht von einem Windmesser erwarten würde. Die Messeinheit ist mit einem Anemometer und einem Thermoter ausgestattet um neben der Windgeschwindigkeit auch den Windchill (gefühlte Temperatur) zu messen. Die Windrichtung wird über den iPhone eigenen Kompass ermittelt. Shaka plant außerdem noch eine erweiterte Version mit Luftfeuchtigkeitsmesser. In wie weit das in der Kombination interessant ist sehe ich gerade nicht. Für Allgemeine Wetterdaten nutze ich lieber den Masqott Air Report, der mit eigner Wetterstationssoftware daherkommt und den ich auch für die Datenbefütterung von Skylogger nutze. Als maximale Windgeschwindigkeit, die sich messen lässt gibt Shaka 30 m/s an (108 km/h, 58 Knoten). Für unseren Einsatzzweck prinzipiell also ausreichend.

Die Software wird wohl recht einfach gehalten. Es lassen Geschwindigkeitseinheiten frei wählen, Daten abspeichern und teilen. Wie gut das funktioniert will ich allerdings erst sagen wenn ich das tatsächlich testen konnte.

Shaka 1

Der Windmeter von Shaka richtet sich sicherlich vorrangig an den Surf- und Segelsport, wie das die meisten solcher Geräte tun, ist aber sicherlich auch für Flieger am Boden hilfreich. Wer aber erst mal reguläre Wetterdaten haben will, dem Rate ich zum Masqott Air Report als vorrangige Anschaffung. Windmesser dann gerne hinterher.

keine Wetter-Feeds

Beim Bergsteigen ist das aktuelle Wetter und die Wetteraussichten ja ein elementarer Faktor und beim Gleitschirmfliegen geht es gar nicht ohne. Beide deutschen Verbände (oder Vereine?) bieten auf Ihren Webseiten sehr geute Wetterberichte an. Der Deutsche Alpenverein (DAV) veröffentlicht täglich das Bergwetter für die Ost- und Westalpen auf seiner Webseite, als PDF und sogar als unter Umständen sehr praktische Telefonansage (+49 89 295070) an. Der Deutsche Hängegleiterverband (DHV) bietet auf seiner Webseite ebenfalls einen sehr guten Wetterservice, der wohl dem Bedarf geschuldet noch tiefer geht..

Beide Institutionen bieten verschiedenen Inhalte Ihrer Webseite als RSS-Feed an. Also Inhalte die sich mit speziellen Programmen für PC und Smartphones einfach abrufen lassen ohne dass man die Webseite per Browser ansurfen muss. (Praktisch sieht dass dann so aus, also ob man neue Inhalte oder Posts einer Webseite per E-Mail bekommt. Wem RSS-Feeds nichts sagen, hier gibt’s mehr zu dem Thema.). Die jeweiligen Wetterberichte allerdings nicht.

Der Vorteil ist dass man Neuigkeiten einer Webseite einfach automatisch abrufen kann. Das übernimmt in der Regel ein kleines Programm / eine App oder der Google Reader für einen (oder beides 🙂 ). Wenn man auf einem italienischen Campingplatz sitzt, auf dem die unsäglich langsame Internetverbindung 5,- die Stunde kostet schätzt man sehr schnell nicht umständlich 5 Webseiten von Hand anzurufen zu müssen und ist froh über jedes Byte auf das man nicht warten muss.

Ich versteh nun nicht warum die Wetterberichte nicht wie andere Inhalte der Seiten auch per RSS angeboten werden. Weder der DAV noch der DHV tut das. Weshalb entzieht sich meiner Kenntnis. Gerade beim Wetter ist es mir wichtig gute und aktuelle Infos zu bekommen. Die Hauptversammlungszusammenfassung kann ich noch eine Woche später im Web lesen, das Alpenwetter brauche ich dann aber nicht mehr.

Die Informationen sind für jeden im Web frei einsehbar, die Technik wird auf den Seiten eingesetzt, weshalb also keine Wetterfeeds? In RSS-Feeds kann man sogar Werbung packen! Ich habe DAV und DHV schon diesbezüglich angeschrieben, leider ohne Ergebnis. Zwischenzeitlich wurden sogar beide Webseiten runderneuert (inkl. vieler neuer RSS-Feeds). Die Wetterdaten sind aber nach wie vor nicht abonnierbar. Kennt irgendwer den Grund dafür? ICH PRANGERE DAS AN! Und hoffe auf baldige Besserung.

Der Fiaskoblog geht natürlich mit gutem Beispiel voran: Hier lässt sich dieser Blog selbstverständlich auch als RSS-Feed abonnieren.

Auf das Thema Wetterinfos finden und vor allem die Apps die einem das erleichtern sollen will ich mal gesondert eingehen.


UPDATE:

Es hat sich jemand erbarmt und dazu was gebaut. Hier gibt es Abhilfe: Alpenwetter RSS-Feed (Feed mit Bilder und Feed ohne Bilder)

Vielen Dank an Martin für den Tipp!